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Tanzen auf Beton

Kategorie:
Autor: Iris Hanika
ISBN: 9783854207993
Ursprungsland: Österreich
Originalsprache: Deutsch
Veröffentlicht: 2012
Veröffentlicher:
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Auf der Shortlist zum Wilhelm-Raabe-Preis 2012

Solange es währte, fühlte sie sich in einem fort glücklich, doch tat­sächlich war es ein bizarres Liebesverhältnis, das da gerade gescheitert ist. Das Scheitern ist nichts Neues, immerhin endeten auch alle früheren Verhältnisse unglücklich, aber warum das Unglück gerade diesmal so unendlich groß ist, verwundert sie nun doch. Immerhin war das ein Verhältnis, in dem sie in Wirklichkeit gar nicht existierte. Noch größer aber ist die Frage, warum sie sich auf dieses Verhältnis überhaupt einge­lassen hatte – warum sie sich überhaupt seit vielen Jahren nur auf heimliche Verhältnisse eingelassen und geglaubt hatte, darin »a whole lotta love« zu finden. Aber ebenso brachial wie das Stück von Led Zeppelin war auch jeweils die Liebe.

Obwohl Iris Hanika ein weiteres Mal die Technik der Psychoana­lyse vor­führt und am konkreten Beispiel zeigt, wie das auf der Couch gelernte Handwerkszeug hilft, durchs Leben zu kommen, ist es keine Fallge­schichte, die sie hier vorlegt, sondern vielmehr ein kluger Roman im typischen Hanika-Sound – nicht nur über Formen der Liebe, sondern vor allem auch über Musik und die Unerträglichkeit der Gegenwart, und nicht zuletzt über die Folgen sexuel­ler Gewalt, die ein Leben lang fortwirken und es durchaus bestimmen können.

»Iris Hanika, eine der markantesten Stimmen ihrer Generation, macht aus ihrer Erfahrung auf der Couch große Literatur. Es gibt schöne, seltsam schmerzliche Anekdoten von Reisen nach Schanghai und nach Rußland, von einem Nachmittag bei IKEA. Versprüht wird dabei ein intimer wie melancholischer Charme ... Nicht zuletzt betört an Iris Hanika die Lakonie, im Leben wie im Roman.« (Katharina Schmitz, Der Freitag)

»Tanzen auf Beton ist ein ausuferndes, maßloses, chaotisches Buch, es ist auch ein Buch über die Unerträglichkeit der Gegenwart, die immer wieder mit künstlerischen Fluchtangeboten kompensiert werden muss. Und Iris Hanika beweist hier einmal mehr, dass sie zu den Künstlern gehört, deren Angebote man gern annimmt.« (Frank Schäfer, ZEIT ONLINE)

»Iris Hanika gelingt es mit einer raffinierten Erzählstrategie, in die sie das Ungeheuerliche sorgsam verpackt, aus einer unerschrockenen analytischen Distanz heraus Momente unendlicher Verzweiflung und großen Glücks zu schildern, ohne je kitschig zu klingen. Gefühligkeit ist Hanikas Sache nicht, sensible Sprachbeherrschung schon. (...) Vieles klingt in diesem grandiosen Roman an, Nietzsche, Novalis, Kant, de Beauvoir, Horkheimer und Led Zepplin, aber vor allem Kleists Sehnsucht, mithilfe der Erkenntnis wieder in den Stand der Unschuld zu fallen. Den umgekehrten Weg weist die Musik, hier Wagner und Heavy Metal, die Rückkehr zum Urzustand vor der Sprache. Allerdings, fordert die Ich-Erzählerin, müsse man zuvor entscheiden, „Überwältigungskunst nicht abzulehnen“. Tanzen auf Beton ist hingegen alles andere als Überwältigungskunst. (...) Klug komponiert, behauptet der Roman die Möglichkeit einer authentischen Sprache, die in keiner Schreibwerkstatt erlernbar ist, und eines individuellen Schicksals, in dem Autorin und Ich-Erzählerin kunstvoll miteinander verschmelzen.« (Inken Steen, Weser-Kurier)

»Wer sich auf diese ungeschützte Offenheit einlässt, erlebt eine Achterbahnfahrt der Gefühle: von Kopfschütteln, Abwehr und Verdruss, über eine allmählich wachsende Anteilnahme, bis hin zu Respekt und schließlich sogar Verzauberung.« (Meike Feßmann, Deutschlandradio)

»Die Autorin liefert den Bericht einer Selbstanalyse, der mit Witz und Verve diverse Genres inkorporiert.« (Rolling Stone)

»Warum wollte sie diesen und keinen anderen, warum liebte sie einen verheirateten Mann, der überhaupt nicht zu ihr passte, der nicht mal gut im Bett war? Die Protagonistin in dem Roman von Iris Hanika unterzieht sich einer andauernden Analyse und schreibt sich so eine unmögliche Liebe vom Leib – und von der Seele.« (Manuela Reichart, WDR 3)

»Viele kluge Erkenntnisse.« (Barbara Mader, Kurier)

»Hanika bei der Deutungsarbeit über die Schulter schauen zu dürfen, wie sie in Denkschleifen ihr Problem umkreist, in einer konzisen, manchmal etwas spröden Diktion ihren Alltag durchleuchtet, wie sie mit spielerischem Witz Analogien herstellt zu weit entfernten Themen und Stoffen und diese Zusammenhänge fruchtbar macht – das ist der eigentliche Spaß, das macht die Lektüre zu einem stets überraschenden und beglückenden Erlebnis.« (Frank Schäfer, Junge Welt)

»Iris Hanika geht schonungslos, klug und manchmal sogar witzig mit ihrem Thema um. Und gönnt ihrer durch Analyse gestählten Icherzählerin schließlich doch so etwas wie Glück.« (Annette Garbrecht, FTD)

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