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Hunde aller Sorten in Lhasa

Kategorie:
Autor: 格日勒其木格•黑鹤(Kerila Chimoke • Black Crane)
ISBN: 978-7-5448-1643-4
Ursprungsland: China
Originalsprache: Vereinfachtes Chinesisch
Veröffentlicht: 2011
Veröffentlicher:
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Wenn die Leute, die aus der Ferne kommen und eine Pilgerfahrt nach Lhasa machen, um den Jokhang-Tempel kreisen und beten oder einen tiefen Kotau machen, spüren sie oft ein Augenpaar, das aus der Dunkelheit auf sie starrt. Was ist das? Davon haben sie keine Vorstellung. In dem Moment, in dem sie wachsam den Kopf heben, sind die starrenden Augen bereits verschwunden. Es scheint ein geräuschloses Gespenst auf der dunklen Straße zu sein. Man weiß weder genau, was es ist, noch kann man sich ihm nähern.

Als das Auto in Lhasaeinfuhr, war Kelsang, der schon an das Holpern gewöhnt, gerade schläfrig. Er ist von einem fremden Lärm erschreckt. Alser seinen Kopf hob, sah er einen riesigen Palast, der unter dem Himmelszelt emporragte. Unter dem Sonnenschein erstrahlte das goldene Gewölbe in brillantem Glanz.

Es war das goldene Gewölbe vom Potala-Palast.

An diesem Tag, konfrontiert mit dieser fremden Welt, war Kelsang klar geworden, dass er die nordtibetische Steppe für die Ewigkeit verlassen hatte. Nie würde er zurückkehren. Offenbar herrschte hier ein völlig andersartiges Leben als in der nordtibetischen Steppe.

Kelsang bemühte sich, die Augen aufzureißen und auf den ununterbrochenen Menschenstrom und die Fahrzeuge auf der Straße zu schauen. Sofort fand er innerhalb der Menschenmenge seinen Herrn. Er stürmte begeistert gegen die Wagentür und wollte sich auf seinen Herrn stürzen, stellte aber enttäuscht fest, dass der Mann nichts anderes als ein Hirtwar, der ein gleichartiges tibetisches Oberkleid wie sein Herr trug.

Als Kelsang den geräumigen ebenen Platzauf dem Berghang betrat, löste er unverzüglich einen kleinen Aufruhr aus. Alle warfen einen Blick auf diesen großen Mastiff. Kelsang fand auch heraus, dass die hier angebundenen Kerle anders als die Hunde mit dünnen Beinen und dünner Taille auf der Straße waren – sie sahen eher ihm ähnlich aus. Er versuchte, den zur Seite sitzenden dunkelblauen Kerl zu grüßen, der hob aber nicht malsein Augenlid. Sein Pelz wurde sorgfältig gekämmt; glänzend und glatt, sah wie strahlende Rohseide aus.

Kelsang wurde in eine Lücke zwischen den Hunden gezogen. Sofort sammelten sich viele Menschen um ihn. Tatsächlich brauchten der große und dünne Mann und sein Kumpel gar keine Werbung zu machen.Denn die hier herumziehenden Leute waren alle alte Hasen, die mit tibetanischen Mastiffen Geschäft machen.

An seiner Erscheinung erkannten die Leute gleich, dass sich Kelsang von allen anderen abhob. Sie waren schon übersättigt von denjenigen Hunden, deren Haare für den kommerziellen Zweck so sorgfältig gereinigt waren, als ob sie von keinem einzigen Stäubchen beschmutzt worden seien. Diese Sorte von Mastiffen neigte zur Degeneration, weil sie sich schon zu lang in der Stadt vermehrt hatten. Selbst der dunkelblaue Mastiff gehörte dazu.Als sein Herr ihm ein vorbereitetes Stück Fleisch vor den Mund hielt, um ihn dazu zu bringen energisch auszusehen, reagierte er darauf sogleichgültig, als ob er ein sonnender Katerwäre, der selbstgefällig die Haare am Bein leckt.

Es war ein großes Sammelbecken von tibetanischen Mastiffen: gelbe, weiße, dunkelblaue und graue Mastiffe, auch jene typischen Mastiffe mit abwechselnder schwarzer und braunroter Haarfarbe. Es gab sogar einen seltenen kaffeebraun-farbigen Mastiff. Aber es gab keinen wie Kelsang, der eine Höhe von 80 cm und ein Gewicht von mehr als 70 kg erreichte. Es war ihnen klar, dass dieser hervorragende Mastiff nicht leicht zu finden war; selbst hier in dem Sammel- und Verteilungszentrum von tibetanischen Mastiffen war er eine Seltenheit.

Den Unterschied zwischen Kelsang und denen, die in der Stadt gehalten wurden und die Eigenschaften eines Mastiffs verloren hatten, erkannte man gleich. Kelsang warf einen furchtlosen, sogar grundlos hassenden Blick auf die Fremden, die sich ihm zu nähern versuchten. Unter diesem Blick traten alle Vordrängenden wieder eilig und vorsichtig zurück. Dabei sahen sie einen Mastiff, dessen Auftreten der Wildnis der Steppe glich, dessen lange, wirre Haare standen, was seinen Körper noch größer machte. Kelsang war in den letzten Tagen mit reichlicher Nahrung versorgt worden und hatte sich gut ausgeruht. Nun hatte er seine beste körperliche Verfassungerreicht. Die Leute drängten sich allmählich wieder zu ihm und Kelsang empfand eine nahekommende Gefahr. Er hockte auf seinen vier Beinen, die dick und stämmig wie Säulen waren. Mit einem warnenden Brüllen bewegten sich seine Mähnen um den Hals.Die Leute traten innerhalb der Sicherheitszone, die durch eine Eisenkette gekennzeichnet war, wieder ein paar Schritte zurück.

Der riesige Körper von Kelsang stellte alle anderen Mastiffein den Schatten.

Plötzlich warf jemand einen handgelenk-dicken Stab auf Kelsang. Das war ein Reaktionstest. Mit einem Krach biss Kelsang den Stab in der Luft zu zwei Teilen und schleuderte ihn in die Menschenmenge zurück. Die Leute wichen dem Stab aus und schnaubten vor Bewunderung.

Das war ein waschechter Mastiff aus der nordtibetischen Steppe.

Es blitzte, begleitet von einem Knipsen.

Von diesem fremden Geräusch gestört, versuchte Kelsang, sich auf die Geräusch­quelle zu stürzen, wurde aber von dem schlaksigen Mann und seinem Kumpel mit allen Kräften gestoppt.

Der nach hinten drängende Photograph, der in Lhasa Fotos von den tibetischen Landschaften und Sitten machte, war starr vor Schreck und stieß einen lauten Schrei aus: “Oh mein Gott! Das ist kein Hund, das ist ein Löwe!”

Als der Mann mit dem Zopf nach vorne trat und mit dem schlanken Mann sprach, fühlte Kelsang, dass es um seinen Kragen viel lockerer wurde. Nachdem er die Ranch verlassen hatte, hatte Kelsang die Eisenkette immer um den Hals getragen. Zur Sicherheit war noch eine Kette zusätzlich um seine Taille gewickelt. Von dem mehrmaligen Aufprall gegen das Wagenfenster ist die Eisenkette um die Taille bereits lose geworden, was dazu führte, dass nur die Kette um den Hals zugezogen wurde. Der große, dünne Mann hatte natürlich keinen Mut mehr, die Kette erneut um Kelsangs Taille zu winden.

Überraschend zerbarst das Halsband. Den Halsreifen, der aus dem Leder eines toten Jaks gemacht war, hatte Kelsang schon ein Jahr lang getragen. In den letzten Tagen hatte Kelsang vielmals an ihm gezerrt. Das blieb nicht folgenlos. Da Kelsangs Widerstandskraft jetztden höchsten Grad erreichte, waren die schwächsten Fasern des Halsreifens nicht mehr in der Lage, die schwere Last zutragen und brachen ab.

Immer wenn Kelsang die Ranch verlassen hatte, hatte er eine Eisenkette getragen. Daran hatteer sich schon gewöhnt und hielt sie sogar für einen Teil seines Körpers. Als die Eisenkette plötzlich weg war, fühlte sich Kelsang ein wenig unwohl und schnupperte verwirr tan dem Halsreifen, der auf den Boden gefallen und zerrissen war.

Jemand schrie auf und Kelsang wurde von dem Schrei aufgeschreckt.

Auch wenn Kelsang aus der Tiefe der nordtibetischen Steppe stammte, gewöhnte er sich noch immer an das Leben unter der Leitung von Menschen. Ein Hirtenhund brauchte für nichts anderes zu sorgen. Er brauchte nur seinem Herrn zu folgen, die Schafherde zu bewachen und nach dem Sonnenuntergang den Lagerplatz zu schützen, damit keine wilden Tiere die Herde überfielen. Aber jetzt sollte er sich allein entscheiden. Jetzt sollte er für sich selbst eine wichtige Entscheidung treffen.

Kelsang machte vorsichtig einen Schritt vorwärts. Nichts passierte. Die Eisenkette blieb dort liegen und bewegte sich nicht. Endlich verschwand das all gegenwärtig klirrende Geräusch. Kelsang machte noch einen Schritt vorwärts. Alles war in Ordnung. Es war still, sehr still. Niemand machte ein Geräusch. Keiner wusste, wie man mit einem tibetanischen Mastiff umzugehen hatte, der von Halsreifen und Eisenkette befreit war.

Kelsang traf instinktiv eine Entscheidung: Er musste den Ort verlassen.

Auszug:

雪夜

下雪了,这已经是春天的第二场雪。

硕大沉重的雪片在天空最遥远的深处聚集,漫无边际地飘落下来,争先恐后地急于行使剥夺大地刚刚展露出零星绿色的使命。

天黑之后,大雪铺天盖地拥向大地,纷纷扬扬,挤挤挨挨,几乎顷刻之间就盖满了残雪尚未消融的大地。

雪越下越大,终于砌满了天空,没有留下一丝缝隙。

这是一片被称做世界第三极的广袤高原,位于冰雪覆盖的大地尽头,让人联想起宇宙洪荒的蒙昧之初,是远离文明的绝地荒野,青藏高原上最荒凉的藏北草原。

帐篷是暴虐风雪之中一座不沉的小小孤岛,在无垠的荒凉中像一朵即将熄灭的火苗般微不足道,似乎随时都会淹没在积雪大地的褶皱之间。但正像藏北草地上所有驮在牦牛背上漂泊不定的帐篷一样,牧人一旦将它筑立在荒原之上,它就成为漫天风雪中牧人们永不舍弃的温暖的家。

母獒围着帐篷悄无声息地转了一圈,隔着牦牛毛织成的帐篷布,听到里面传来婴孩细小的哭声和女主人轻声哼唱的歌谣。

帐篷里一切正常。它又走向帐篷后面的畜群,十几头牦牛被巨大的雪片覆盖着,像一座座白色的小丘静卧在雪地上,正将白天颇费力气找到的牧草从胃里吐出重新咀嚼,反刍的细密声响仿佛微风吹过秋天丰茂的草地。永远战战兢兢的羊群则密密匝匝地挤成一团。

  这是新营地。

  一个月前,主人丹增赶着自己的畜群从冬季牧场迁到这个春季草场。那些熬过一个严酷的冬季已经筋疲力尽、骨瘦如柴的牛羊休养了一段时间之后,露出了略显丰腴的体态。母獒这几天也看到主人丹增被高原强烈阳光剥蚀得一片赤红的脸上露出一丝久违的微笑。母獒熟悉这种表情,这说明主人的心情很好,在这种时候他甚至会一时兴起拍一拍母獒的头。

残酷的冬天就要真正地过去了。这是五月的藏北草地之夜,静谧沉实,一切都很正常。

巡视完自己的领地之后,鼓胀的乳房催促着母獒快步跑向帐篷后面的羊毛垛。它小心翼翼伸出巨大的爪子掀开羊毛毡片,里面顿时传出小犬嗅到母獒的气味后哼哼唧唧的叫声,三只胖乎乎的小犬寻着母獒的气息摇头晃脑地爬了出来。它的喉间发出獒犬特有的沉闷低啸,用力甩去身上湿重的雪片,然后钻进羊毛垛趴好,三只小犬迫不及待地钻到了母獒的腹下。

......
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